Vergleicht man die Erzählung von der
Reinigung des Aussätzigen im Markusevangelium mit den Fassungen von
Matthäus und Lukas, so fällt im allgemeinen auf, dass beide die
„problematischen“ Elemente der markinischen Erzählung vermieden
haben, allerdings in unterschiedlicher Weise. Während Matthäus
diese Punkte einfach auslässt, schimmert bei Lukas der Markustext in
größerem Umfang durch. Auch er lässt einige Punkte aus, verändert
aber andere so, dass deren „anstößige“ Aspekte eliminiert sind.
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| Franz von Assisi mit Aussätzigem - © IMAREAL via landesmuseum.blogspot |
Während sowohl Matthäus als auch Lukas die Bitte des Aussätzigen und seine Anrede an Jesus noch etwas ehrerbietiger schildern, vermeiden es beide, den „Ungehorsam“ des Gereinigten zu erzählen. In gleicher Weise werden auch die Handlungen und Äußerungen von Jesus, die dessen Zorn ausdrücken, von beiden nicht berichtet. Dies gilt auch für die von Markus erzählte „Unfähigkeit“ von Jesus, „im Lichten in eine Stadt zu gehen“. Man kann wohl davon ausgehen, dass Matthäus und Lukas – gerade weil sie diese Stellen entschärften – diese Punkte als anstößig empfanden, dass sie für die meisten antiken Leser so zu verstehen waren und dass gewiss auch Markus sich dessen bewusst war.
Sowohl Matthäus als auch Lukas stellen
außerdem stärker auf die „Heilung von der Krankheit“ ab und
lassen die von Markus ebenfalls betonte „rituelle bzw. kultische
Reinigung“ eher außen vor.
Interessant sind einige Kleinigkeiten.
Gegen Markus und Lukas betont Matthäus, dass der Gereinigte dem
Priester eine „Gabe“ darbringen soll. Lukas stellt abschließend
nochmals das Heilungshandeln von Jesus heraus, aufgrund dessen die
Massen zu Jesus strömen.
In der nachfolgenden Übersicht habe
ich die vorgenannten Punkte farblich markiert und zudem einige „minor
agreements“ unterstrichen.





