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Mittwoch, 7. Januar 2015

5 x Menschenfischer


1) Infolge der kleinen Diskussion im Beitrag über die DhaBaR-Übersetzung „Besalzer der Menschen“ wollte ich mir gern die Interpretationen des Begriffs „ἁλεεῖς ἀνθρώπων“ (halieis anthrōpōn) aus Mk 1,17 in der Bedeutung von „Menschenfischer“ näher anschauen.
via howard-carter.blogspot

Ich stelle in diesem Beitrag fünf unterschiedliche Thesen dazu vor. Mein Ziel war es, jede Interpretationsvariante so überzeugend wie möglich darzustellen, ohne sie unkritisch hinzunehmen. Ich nenne diese fünf Thesen der einfachen Verständlichkeit halber

- die Missions-These
- die Errettungs-These
- die Endzeit-These
- die Entwicklungs-These
- die politisch-historische These


2) Einführend der Wortlaut von Mk 1,16-17 und einige Beobachtungen am Text:

               Καὶ παράγων παρὰ τὴν θάλασσαν τῆς Γαλιλαίας
               Und vorbeiführend neben dem Meer von Galiläa
εἶδεν
(er) sah
               Σίμωνα καὶ Ἀνδρέαν τὸν ἀδελφὸν Σίμωνος
               Simon und Andreas den Bruder Simons
                          ἀμφιβάλλοντας ἐν τῇ θαλάσσῃ·
                          umherwerfend in dem Meer
                                         ἦσαν γὰρ ἁλεεῖς.
                                         (sie) waren nämlich Fischer
καὶ εἶπεν αὐτοῖς ὁ Ἰησοῦς
und sagte ihnen der Jesus
                         Δεῦτε ὀπίσω μου,
                         Kommt hinter mich
                                        καὶ ποιήσω ὑμᾶς γενέσθαι ἁλεεῖς ἀνθρώπων.
                                        und (ich) werde machen euch zu werden Fischer (von) Menschen.

Mittwoch, 30. April 2014

Konstruktion von „Welt“ bei Markus


Teil 6 – Abschluss

1. Der Leser wird feststellen, dass er keine nähere Vorstellung von Jerusalem gewinnen kann.

Die Beschreibung von Markus enthält Plätze und Gebäude in und am Rand von Jerusalem (Tempel, Ölberg, Gethsemane, Paläste des Hohepriesters und von Herodes, Golgatha, das Grab, Betanien, das Haus des aussätzigen Simon und das Haus des Paschamahls). Ihre genaue Lage und ihre Entfernungen zueinander bleiben jedoch offen.

via gabrielansley.blogspot.de
2. Markus führt einige Bezeichnungen ein, die auf die vorherigen Abschnitte und geografischen Beschreibungen Bezug nehmen:

- Markus 14,69 - Galiläer (Γαλιλαῖος)
- Markus 15,2 (,9,12,18,26) - Judäer (Ἰουδαῖος)

Der Leser wird diese Bezeichnungen möglicherweise auf die Gebietsnamen beziehen, so dass ein Galiläer als Einwohner Galiläas, ein Judäer als Einwohner Judäas und ein “Ἱεροσολυμίτης“ als Einwohner Jerusalems zu verstehen ist. Die Anklage, Jesus sei König der Judäer, wirft für den Leser daher erhebliche Fragen auf und ist ihm nicht nachvollziehbar.

3. Die letzte Frage, die sich dem Leser stellt, ist, was unter „Israel“ im geographischen Sinn zu verstehen ist (Mk 12,29; 15,32)?

Was folgt nun aus alledem? Deutlich ist lediglich eine Einzelheit. Markus verwendet das „Meer von Galiläa“ als literarisches Motiv ohne jeglichen realgeografischen Bezug. Dieses Ergebnis wird durch zwei weitere Beobachtungen bestätigt: