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Schritt 5 - Der fremde Wundertäter ist Paulus
Teil 1 Hinführung
1) Die Überlegung, dass der fremde Wundertäter in Mk 9,38ff eigentlich nur Paulus sein „kann“, kam mir unvermittelt angesichts dreier Punkte: die kritische Darstellung des Petrus und der Zwölf im Markusevangelium, die Schilderung ihres problematischen Verhältnisses zu Paulus im Galater und die Bedeutung des Namens „Paulus“, übersetzt als „der Kleine“ oder „der Geringe“.
Mk 9,38ff: „Da sagte Johannes zu ihm: Lehrer, wir sahen einen, der trieb in deinem Namen Dämonen aus und wir wollten ihn daran hindern, weil er uns nicht nachfolgt. Jesus aber sprach: Hindert ihn nicht. Denn niemand, der eine Machttat vollbringt in meinem Namen, wird mich bald schmähen. Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. Wer aber euch tränkt mit einem Becher Wassers, weil ihr Christus angehört, wahrlich, ich sage euch, keinesfalls wird der seinen Lohn verlieren. Und wer einen dieser Kleinen, die an mich glauben, zum Abfall verführt, für den wäre es besser, wenn ihm ein Eselsmühlstein um seinen Hals gehängt und er ins Meer geworfen würde."
Zwei Umstände ließen mich an dieser Überlegung wieder zweifeln. Einerseits war – wie ich feststellte - dieser Gedanke zwar keineswegs neu. Er wurde jedoch von („irgendwie genialen“, aber) eher unkonventionellen Gelehrten (u.a. Volkmar, Holsten, Loisy, Tarazi) vertreten. Andererseits legt der Rahmen der Perikope auf den ersten Blick nicht unbedingt nahe, dass der fremde Wundertäter eine individualisierte Person darstellen soll. Dass mein Gedanke aber nicht gänzlich abwegig war, entnahm ich erleichtert einer Notiz des ehrwürdigen Johannes Weiß zu Mk 9,38ff:
„Aber es scheint, daß eine gewisse Engherzigkeit des urapostolischen Kreises scharf beleuchtet wird. Nach dem Zeugnis der paulinischen Briefe hat sie sich besonders gegen Paulus gerichtet, und es ist eine nicht unwahrscheinliche Vermutung, daß die Leser des Evangeliums unter dem fremden Geisterbanner eben Paulus verstehen sollten, der von den Uraposteln scheel angesehen wurde, weil er 'ihnen nicht nachfolgte', der aber doch das Werk Christi ebenso gut trieb, wie sie.“