| Wanderer am Weltenrand via commons.wikimedia |
1) In der vergangenen Woche las ich
erstmals eine muslimische Polemik gegen christliche Glaubensinhalte.
Zur Untermauerung seiner These („Die Bibel verneint die
Göttlichkeit Jesu´“) berief sich der Autor Shabir Ally auch auf
Aussagen des Markusevangeliums. Solche Streitschriften sind für
Christen, die sich für den „interreligiösen Dialog“ ;-)
interessieren, sicher kalter Kaffee. Für mich war es etwas gänzlich
Neues. Ich habe deshalb die Argumentation aufmerksam gelesen, wobei
mein Augenmerk auf dem Umgang mit Markus lag. Ally stellt den Leser
vor die Alternative: War Jesus Gott oder Mensch? Anhand von
Bibelstellen argumentiert er alsdann, dass Jesus im Neuen Testament
von Gott deutlich unterschieden werde: „Dies zeigt, dass die
Menschen wussten, dass Jesus nicht der einzige Mensch gewesen war,
der derartige Macht von Gott verliehen bekommen hat ...“.
Wer in meinen Blog schon mal etwas
reingelesen hat, weiß ja, dass ich nicht gläubig bin und meine
Begeisterung für das Markusevangelium rein literarischer Natur ist.
Davon unabhängig hatte ich mir die von Ally aufgeworfene Frage noch nie gestellt. Ich denke, mein Blog würde seinen Namen nicht
verdienen, wenn ich nicht auch mal – vielleicht sogar für mögliche christliche Leser – etwas zu einem solchen Thema sage.
Mich haben dabei im
Wesentlichen zwei Gedanken bewegt.
2) Zunächst habe ich keinen Zweifel,
dass im Markusevangelium - vor allem während der Geschehnisse in Galiläa -
Jesus mit göttlichem Angesicht erscheint und durch ihn Gott
erfahrbar wird. Zum anderen zeigt es – und diesmal vor
allem während der Passion in Jerusalem - Jesus mit menschlichem Antlitz, an
dessen Beispiel und in dessen Nachfolge der Mensch den Weg zum ewigen
Leben beschreiten kann.